Literaturpreise-Hamburg.de

Markus Lemke
Katrin Liedke
Sabine Schmidt
Axel Brauns
Verena Carl
Matthias Göritz
Dietrich Hans Machmer
Andreas Münzner
Michael Weins

Axel Brauns

aus der Jurybewertung


"Axel Brauns lässt sich in seiner literarischen Autobiographie "Buntschatten und Fledermäuse" keine Schlupflöcher. Hinter die Aussage, ein leichter Fall von Autismus gewesen zu sein, kann man nicht zurück. Er versucht es auch gar nicht, sondern baut für uns in seinem auf 350 Seiten angelegten Text mit strengen Strukturen und schmerzhaft klaren Farben die Welt des Autisten auf. Das von sich und seinem Verstummen erzählende Ich schlägt sich zwischen den "vermeintlich vollständigen Menschen" durch, in dem es eine sprachliche Ordnung in seine Wahrnehmungen bringt. Fasziniert lesen wir uns in seine Kategorien ein, übernehmen sie. Buntschatten sind freundliche, Fledermäuse sind unfreundliche Menschen. Großmütter und andere Menschen werden identifiziert anhand der Steinplatten vor ihren Häusern und der Speisen, die sie anbieten. Hamburger Stadtteile erscheinen verfremdet wie in einer viel zu hellen Filmbeleuchtung, werden erkennbar an geometrischen Mustern. Der Erzähler "dingelt" und "lichtelt", wir folgen Zahlenspielen mit wachsender Einsicht und wachsendem Vergnügen, denn seine Neuschöpfungen sind von großer Klarheit, und wenn das erzählte Kind ein Baiser isst, wird die Welt aus dem Geschmack des Baisers neu erschaffen."