Literaturpreise-Hamburg.de

Markus Lemke
Katrin Liedke
Sabine Schmidt
Axel Brauns
Verena Carl
Matthias Göritz
Dietrich Hans Machmer
Andreas Münzner
Michael Weins

Dietrich Hans Machmer

aus der Jurybewertung


"Gerne setzt er mit Paukenschlag ein, mit einem ganz sauberen Einsatz:

"Ich gehöre nicht zu den Leuten,
die an den Tageszeiten sterben."

Vor dem "Wie" und der Metapher kennt er, wenn er seine grellfarbigen Bilder malt, keine Scheu. Was Benn dazu ächzend sagen würde, dürfte ihm egal sein, ebenso die Frage, ob er in irgend einen Trend passt. Es gibt ab und zu ein Ich, aber auf lange Strecken auch ein trauriges Du und ein aggressives Sie. Körperlich, plastisch, fleischlich sind die Bilder. Um den Alltag geht es nicht wirklich, oder vielleicht doch - um seine Nachtseite? Schein-Realitäten werden aufgebaut: die Bar, die Müllabfuhr, der Straßenrand. Eine DeLillo-Szenerie, die nicht ganz ernst zu nehmen ist, eher als Bühne für Reflexion dient. Schmerz transportieren die Texte vor allem, wo es um Liebe und Sex geht, sie vollziehen dann einen erbarmungslosen und hoffnungslosen Tanz um Körperöffnungen. Es sind keine Gedichte, in denen man sich einrichten kann, sondern unruhige Blicke auf die nächtliche Stadt, den Spleen der Städtebewohner. Mindestens zwei lyrische Ichs geistern hier herum, eine sucht Stille und die Liebe, eins den Lärm und den Kampf. Es sind der Rhythmus, die Brüche und die Widersprüche, die diese Texte interessant machen."