Charlotte Richter-Peill
aus der Jurybewertung
Charlotte Richter-Peill ist mit ihrer Erzählung "Der Keller" Bemerkenswertes und zugleich höchst Beunruhigendes geglückt. Es gelingt ihr, vom Realistischen ins Phantastische zu wechseln, elegant, leichtfüßig, ohne den Übergang im mindesten zu kaschieren und vor allem ohne, dass ihr Text dadurch an Glaubwürdigkeit oder Intensität verliert. Und obgleich ihre Erzählung als psychologische Metapher gelesen werden will und muss, nimmt die Autorin sich sprachlich bewusst zurück, lässt das Bedrückende ihrer Erzählung allmählich Formen annehmen, verhalten, sachlich und gerade deshalb höchst irritierend literarisch ausgestaltet. Wie gesagt ein beunruhigender Text von erheblicher Sogwirkung mit langem, starkem Abgang - mein persönlicher Favorit unter allen, von mir gelesenen Einsendungen diesen Jahres.