Literaturpreise-Hamburg.de

Susanne Höbel
Barbara Mesquita
Beate Smandek u. Milka Vagadayová
Sigrid Behrens
Ina Bruchlos
Matias Grzegorczyk
Mascha Kurtz
Nils Mohl
Farhad Showghi

Nils Mohl

aus der Jurybewertung


"Nils Mohl beherrscht den Ton, und nicht nur einen. Seine Geschichten sind schnell, präzise, leicht surreal und sehr sinnlich, wenn man unter dem abgegrapschten Wort versteht, daß die Sprache reich und konkret ist, körperlich und visuell. Es scheint, als ob sie einer gesteigerten Wahrnehmung für eine Situation entspringen, einer videoclipartigen, leicht angekoksten Aufmerksamkeit, die mit einer ausgefeilten sprachlichen Registratur komponiert und zum Klingen gebracht werden. Seine Texte entführen einen in kompakte Filmszenen, hier eine klaustrophobische Partyviertelstunde, dort ein Nachmittag am Stadtstrand, bei dem alles perfekt ist, von der Lachmöwenfeder bis zum Flußsex. Es stimmt einfach alles, und wem das zu glatt ist, zu gelungen, der darf feststellen, daß Mohl auch vom Traurigen, Vergeblichen schreiben kann. Er, der Verlassene, bekommt Besuch von der, die ihn verlassen hat. Sie sind ruhig und nüchtern und sind es doch nicht; es verschlägt ihnen die Sprache. Das hat uns überzeugt, und vielleicht gibt es ja in Zukunft weniger Party, weniger Beach, mehr Ratlosigkeit und Rauheit wie hier, wo Filmrisse und Gesprächspausen die Oberfläche zerkratzen, eine wortlose innere Katastrophe."