Literaturpreise-Hamburg.de

Susanne Höbel
Barbara Mesquita
Beate Smandek u. Milka Vagadayová
Sigrid Behrens
Ina Bruchlos
Matias Grzegorczyk
Mascha Kurtz
Nils Mohl
Farhad Showghi

Farhad Showghi

aus der Jurybewertung


"Farhad Showghi, Arzt, Dichter, Perser, Deutscher, ist zwischen den Stühlen und zwischen den Sprachen zu Hause. Nicht aber zwischen den Zeilen. Denn seine Sprachgebilde, mit dem Wort "Prosagedichte" nur halbherzig benannt, seine Lyrik also raunt und rätselt nicht. Es sind minimalistische Entwürfe von Zuständen, Geländen, Fluchten, Ankünften in der Gestalt jeweils einer einzigen vollendeten, durchsichtigen Periode. Dabei gerät alles in Bewegung. Die Stimme bekommt Finger, das Gartensystem des Mondes scheint unter den Armen. Die Wörter werden reich und gehen ungeahnte Verbindungen ein, die Kausalität wird vom Kopf auf die Füße gestellt, die Sätze werden neu gebaut, ohne ihre Statik zu verlieren. Das hat mit Wortspiel und Klanggeklapper nichts zu tun. Diese Poetik ist radikaler: Sie zielt nicht frontal auf Sinn oder Sinnverweigerung, sondern verwendet die Synästhesien und Metamorphosen sparsam, genau und konzentriert. Es ist das eine, das Sprachmaterial aus seinen vernutzten Bedeutungen zu lösen; das andere, mit dieser poetischen Logik eine Richtung zu finden. Mit jedem kalkulierten Schritt ins Ungesicherte entdeckt Showghi den Ort, die Dinge, den Körper, die Kindheit, die Heimat, auf die wir warten und die auf uns warten."