Literaturpreise-Hamburg.de

Renate Bleibtreu
Annette Kopetzki
Dr. Ulrike Nolte
Katharina Höcker
Katrin Dorn
Mareike Krügel
Kristof Magnusson
Joern Rauser
Tina Uebel

Dr. Ulrike Nolte

aus der Jurybewertung


"Ulrike Nolte unternimmt mit ihrer Übersetzung des Versepos "Aniara", dem Hauptwerk des schwedischen Nobelpreisträgers Harry Edmund Martinson, den ambitionierten Versuch, eine Lücke im Kanon der in deutscher Sprache vorliegenden europäischen Großepen des 20. Jahrhunderts zu schließen. "Aniara", 1956 erschienen, ist eine der genuinen Dichtungen des Atomzeitalters, parabelhaft und prophetisch; auf formal unerhörte Weise umkreist der symbolisch-phantastische Zukunftsroman das gefährliche Phänomen der grenzenlosen Experimentierlust des Menschen. In Schweden ist Martinson längst ein Klassiker der Moderne und fester Bestandteil der schulischen Lehrpläne. Eine Opernfassung der "Aniara" wurde 1960 für Deutschland in Hamburg erstaufgeführt. Das nicht weniger als 109 Gesänge umfassende Gedicht stellt eine Übersetzung vor enorme Schwierigkeiten. Ulrike Nolte gelingt eine genaue und lebendige, das Versmaß und die Satzmelodie bewahrende Übertragung des Originals. Auch die zahlreichen Binnen- und Endreime, die einer flüssigen Übertragung entgegenstehen, übersetzt sie klar und stimmig ins Deutsche. Nicht anders verhält es sich mit den zahlreichen, als nahezu unübersetzbar geltenden, assoziativ angelegten Wortneu- und -weiterbildungen, die mit den Sprachschöpfungen eines James Joyce verglichen wurden. Die von Ulrike Nolte vorgelegten Übersetzungen geben Anlaß zu der Hoffnung, daß das Werk von Harry Edmund Martinson endlich im deutschen Sprachraum Einlaß findet."