Literaturpreise-Hamburg.de

Markus Lemke
Ferdinand Leopold
Miriam Mandelkow
Kerstin Döring
Lars Henken
Peter Huth
Katharina Krasemann
Wiebke Maginess
Anette Nolte-Jacobs

Katharina Krasemann

aus der Jurybewertung:


"Sechs Seiten. Wörter, die wie scharf gebrochene Splitter aufs Weiße gesetzt sind und auf eine Zeichenlandschaft verweisen, die erst unter dem Wortboden ihre volle Textur zu entfalten beginnt: Bruchstücke dessen, was als unsagbarer Kern im Gesagten wirkt und sich dennoch mit jeder Zeile dichter zusammenzieht. Die aus diesen Splittern und Spitzen kunstvoll zusammengefügten Gedichte lassen keinen Zweifel daran, dass Katharina Krasemann weiß, wie sehr die poetische Sprache ihre irritierende Kraft aus Lücken, Brüchen, Leerstellen bezieht. Allein die Kenntnis um dieses seltsame Sagen im Nichtsagen, Zeigen im Nichtzeigen, das im Wesen eines jeden Gedichts wirkt, ist für eine neunzehnjährige Autorin ungewöhnlich genug. Weitaus bemerkenswerter aber ist, dass sie dabei mit somnambul anmutender Sicherheit auf den unbeirrbar eigenen Ton setzen kann, der diese Splitter und Stücke zu einem tragfähigen Gewebe zusammenzieht. Man kann, man darf ahnen, in welche Regionen Katharina Krasemann auf weiteren poetischen Exkursionen in jenes mit jedem Wort neu auszuleuchtende Terrain vordringen wird. Diese Gedichte markieren einen Beginn. Die Leuchtkraft der Spuren, die Katharina Krasemann mit ihnen gesetzt hat, öffnen bereits jetzt einen poetischen Raum, dessen Ausmaße noch lange nicht abzuschätzen sind."