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Markus Lemke
Ferdinand Leopold
Miriam Mandelkow
Kerstin Döring
Lars Henken
Peter Huth
Katharina Krasemann
Wiebke Maginess
Annette Nolte-Jacobs

Annette Nolte-Jacobs

aus der Jurybewertung


"Gemeinsam mit ihrem Ehemann Anders bezieht Ries kurz entschlossen eine Doppelhaushälfte in der noch im Bau befindlichen und daher fast menschenleeren Mustersiedlung Neu-Neufeld, ein "Niemandsland", wie es zu Beginn des Romans Wolkenschieber heißt, "das Abgeschiedenheit verhieß, eine Landschaft, die keine Gedanken festhielt". Weshalb und wovor aber sucht Ries das Weite? Hinter dem Geschehen verbirgt sich ein Geheimnis. Das wird nicht gesagt, es wird evident. Und das ist das Eindrucksvolle an Annette Nolte-Jacobs' Erzählkunst: dass sie uns auf subtile Weise verführt und zu Komplizen macht - durch eine latente Verschwiegenheit, einen intim unpersönlichen Blick und die zwischen Nähe und Distanz schwebende, changierende Perspektive, durch eine fast synästhetische Verschränkung von Innen und Außen, von Empfindung und gegenständlicher Welt, durch scheinbar nebensächliche und doch bewundernswert genaue Beobachtungen, die wie beiläufig Licht auf die Figuren werfen. Diese Geschichte vereinnahmt, wir möchten das Geheimnis ergründen und zugleich - mit Ries - gewahrt wissen. Es bleibt uns eigentlich nur eines: auf das baldige Erscheinen von Wolkenschieber zu hoffen."