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Gabor Altorjay
Eva Bonné
Karin von Schweder-Schreiner
Harriet Grabow
Alexander Häusser
Dieter Hellfeuer
Ursula Schötzig
Stefanie Schütz
Michael Weins

Gabor Altorjay

aus der Jurybewertung


aus der Jurybewertung "Schon seit 20 Jahren verfolgt Gabor Altorjay unbeirrbar seinen Plan, deutschen Lesern einen zu Unrecht kaum bekannten Autor und ein wahrhaft monumentales Werk zugänglich zu machen: den 1500-Seiten-Roman "Karneval" des Ungarn Béla Hamvas, einer "unbekannten Größe der europäischen Literatur des 20. Jahrhunderts" (ZEIT). Der 1968 verstorbene Kulturhistoriker, Essayist und Schriftsteller mußte auch in Ungarn neu entdeckt werden. Unter den Kommunisten war er verfemt und durfte nicht veröffentlichen. Er schrieb jedoch unermüdlich weiter. "Karneval", sein "Jahrhundertwerk", wird mit Dante, Musil und Joyce verglichen: Hunderte von Figuren umfaßt dieser Roman über die Krise der Zivilisation, eine "Apokalypse des 20. Jahrhunderts", ein Maskenball als Totentanz, in dem die Hauptfigur auf der Suche nach ihrem Ich durch unzählige Zeiten und Räume im Diesseits und im Jenseits wandert, um dem Guten und Bösen in tausend Metamorphosen zu begegnen. Obwohl das Buch bei seinem Erscheinen 1985 in Budapest hymnisch gefeiert und auch in Deutschland als "Meisterwerk" und "Weltliteratur" erkannt wurde, hat Gabor Altorjay jahrelang vergeblich nach einem Verlag für seine deutsche Übersetzung gesucht. Sie können die verwickelte Geschichte seiner Bemühungen auf der Internetseite des Karneval-Projekts nachlesen: www.hamvaskarneval.mediatransform.de. Und dort kann jeder, der nun neugierig geworden ist, auch zum Unterstützer der Übersetzung von "Karneval" werden. Denn Gabor Altorjay, dessen Biographie einige Parallelen mit seinem Autor aufweist, hat sich zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Seit 2003 veröffentlicht er die gemeinsam mit dem Bühnenautor Carsten Dane entstehende Übersetzung in Form von Dateien, deren Lieferung man abonnieren kann. So werden die Leser praktisch zu Mit-Herausgebern des Werks. Was die Jury durch die sprachgewaltige, experimentierfreudige und souveräne Übersetzungsprobe von diesem Projekt kennenlernen durfte, hat sie für unbedingt preiswürdig befunden."