Literaturpreise-Hamburg.de

Isabel Bogdan
Ingo Herzke
Andreas Münzner
Stefan Beuse
Lars Dahms
Dierk Hagedorn
Myriam Keil
Jasmin Ramadan
Friederike Trudzinski

Dierk Hagedorn

aus der Jurybewertung:


"`29 fröhliche Geschichten´ überschreibt Dierk Hagedorn seine seriell produzierte Ultrakurzprosa. Die Zahl stimmt. Aber: Fröhliche Geschichten? Überhaupt: Geschichten? Es ist schon richtig: Der überwiegende Teil seiner (in der Regel keine halbe Din-A-4-Seite füllenden) Mini-Erzählungen hat eine Pointe. Billig ist diese Pointe jedoch nie, Hagedorn liefert keinen Hau-drauf-Gag zum Schenkelklopfen, er ist nicht auf den bloßen Effekt aus, sondern freut sich an dem merkwürdigen Moment, dem pfiffigen Twist, an der hintergründigen Wendung. Das hat immer wieder etwas Rührendes, in seiner Genauigkeit auch Zärtliches, in jedem Fall sehr Eigenwilliges. Und für all das braucht Dierk Hagedorn keinen Anlauf. Er schreibt punktgenau und macht - anstatt es sich in der bloßen Form-Spielerei einzurichten - innerhalb kürzester Zeit kleine Welten auf. Der Autor Hagedorn schreibt wie der Illustrator Hagedorn zeichnet.
Knickrige sieben Zeilen gewährt er, der sich durchaus in der Nachbarschaft zur Lyrik bewegt, seiner kürzesten Episode, jener von einem Mann, der an einem See Aquarelle malt. Sie schließt mit dem Satz "Ich muss noch 23 Aquarelle malen, dann darf ich gehen." Diese Geschichte - wenn sie denn überhaupt je eine war - ist eine von vielen, die eine große Einsamkeit des Protagonisten erahnen lassen, und auch sie bleibt dem Leser über den Punkt, an dem ihr die Buchstaben ausgehen, präsent."