Literaturpreise-Hamburg.de

Isabel Bogdan
Ingo Herzke
Andreas Münzner
Stefan Beuse
Lars Dahms
Dierk Hagedorn
Myriam Keil
Jasmin Ramadan
Friederike Trudzinski

Jasmin Ramadan

aus der Jurybewertung


"Es sind die Figuren, die Jasmin Ramadans Romananfang so warm und lebendig machen, und die Liebe und das Vergnügen der Autorin, mit ihnen zu spielen. Erzählt wird die Familien- und Adoleszenzgeschichte von Stine, einer von Panikattacken geplagten 20jährigen, die ein Jahr nach dem Abitur nichts mit dem Leben anzufangen weiß. Mit sich. Auch mit ihrer Familie. Vater Reiner läuft zuhause mit Tierfußpuschen und im Stringtanga durch die Gegend. Tankstellentochter Ramona, die Stiefmutter, ist meist betrunken und in jeder Hinsicht ein kleiner Mensch, wie Stine sagt. Die beiden betreiben einen Imbiss. Reiner versucht Stine bei ihren Ängsten zu helfen, indem er sie mit in die Autowaschanlage nimmt und ihr seine selbstbeklebte Lieblingskassette vorspielt, während des Waschgangs, mit den Hits von White Snake, ZZ-Top und den Scorpions.
Die leibliche Mutter, ein ehemailiges Au-pair aus Frankreich, taucht zunächst nur als Fotografie auf. Ein Arm, eine Hand, eine Haarsträhne, der Rest wurde von der eifersüchtigen Ramona mit der Schere entfernt.
Der Roman "Ein Pinguin auf der Antenne" handelt schön erzählt von der Suche einer jungen Frau nach Herkunft, Bestimmung und Zugehörigkeit (in weiteren Hauptrollen: Tante Trixi und Dr. Ray, der mit Strasssteinen beklebte Rollkragenpullover trägt, um seinen Hals zu verbergen), und von der Liebe zum Verwandten."