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Brigitte Jakobeit
Andreas Löhrer
Miriam Mandelkow
Sven Amtsberg
Robert Cohn
Nils Mohl
Hartmut Pospiech
Charlotte Richter-Peill
Katrin Seddig

Charlotte Richter-Peill

aus der Jurybewertung


„Verboden toegang“ – „Zutritt verboten“ steht auf einem gelben Schild neben dem Tor zu einem eingezäunten Areal irgendwo in den Dünen an einem Strand in Holland. In ihrer Erzählung „Der Quader“ lässt Charlotte Richter-Peill ein Mädchen, das mit seinen Eltern Urlaub an der Küste macht, auf einem einsamen Streifzug dieses Schild entdecken – und natürlich kann das Mädchen dem Reiz des Verbotenen nicht widerstehen. Wie an einem unsichtbaren Faden zieht es sie über die Schwelle, zunächst auf zunehmend brüchigen Boden und schließlich in ein verspiegeltes Hexenhaus, in dem ein Rattenfänger mit weißen Handschuhen wartet. Charlotte Richter-Peill dringt mit seismographischem Gespür für die Erschütterungen der Seelenlandschaft ihrer Protagonistin in ein versehrtes Bewusstsein vor, in eine, wie es in ihrer Erzählung heißt, „andere dunkle Welt, die den Menschen fremd ist und die sie dennoch spüren, wie einen Atem, etwas, das sie nicht berühren können, ein Stachel in ihrem Denken“. Charlotte Richter-Peills rätselhafter und zutiefst beunruhigender Text lässt sich in der Nähe von Shirley Jackson verorten und ist zugleich von eigener Qualität: ein schwarz-romantischer Flirt mit der Dunkelheit.“