Literaturpreise-Hamburg.de

Brigitte Jakobeit
Andreas Löhrer
Miriam Mandelkow
Sven Amtsberg
Robert Cohn
Nils Mohl
Hartmut Pospiech
Charlotte Richter-Peill
Katrin Seddig

Brigitte Jakobeit

aus der Jurybewertung


„Der Roman „Regen am Kaspischen Meer“ spielt im Teheran der 70er Jahre. Gina Nahai, eine in Kalifornien lebende jüdische Autorin iranischer Abstammung, schildert darin das Schicksal von Bahar, einer jungen Frau aus ärmlichen Verhältnissen. Bahars Leben scheint eine glückliche Wendung zu nehmen, als Omid, der Sohn einer angesehenen jüdischen Familie, sie mit 16 zur Frau nimmt. Doch ihre Hoffnungen erfüllen sich nicht; Bahar steht ein schwieriges Leben voller Demütigungen bevor. Es ist ihre Tochter Yaas, die ihre Geschichte erzählt. Sie schlägt dabei einen Ton an, der melancholisch ist, ohne je düster und schwerfällig zu werden, und entführt den Leser in eine fremde, anfangs noch märchenhaft anmutende Welt, die von althergebrachten Sitten geprägt ist.
Die Übersetzerin Brigitte Jakobeit bringt uns diese unbekannte Welt mit einer stilistischen Leichtigkeit und Eleganz nahe, die der Virtuosität der Autorin in nichts nachsteht. Sie formuliert stets so schlank und präzise, dass selbst gefährlich lange Sätze noch geschmeidig und schön erscheinen. „Klar wie poliertes Glas“ ist nicht nur die Luft an dem Frühlingsmorgen zu Beginn der Romanhandlung, sondern auch ihr deutscher Text, der den sanft melancholischen Grundton des Originals meisterhaft nachbildet.“