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Brigitte Jakobeit
Andreas Löhrer
Miriam Mandelkow
Sven Amtsberg
Robert Cohn
Nils Mohl
Hartmut Pospiech
Charlotte Richter-Peill
Katrin Seddig

Andreas Löhrer

aus der Jurybewertung


„Andreas Löhrer übersetzt aus dem Französischen, aus dem Spanischen und aus dem Italienischen ins Deutsche. Sein neuestes Projekt ist der Roman „Die barfüßige Witwe“ – „La vedova scalza“ von Salvatore Niffoi, eine Geschichte, die gleich mit den ersten Sätzen ins Zentrum von Unterdrückung, Widerstand und Rache führt: „An einem Junimorgen brachten sie ihn mir nach Hause, abgeschlachtet und mit Axthieben zerlegt wie ein Schwein.“
Die Geschichte von Mintonia, mit Micheddu verlobt, der eines Tages in die Berge Sardiniens geht, als Bandit, wie man so sagt und der nun vor Mintonias Tür liegt.
Das Problem und damit die Herausforderung die dieser Text mit sich bringt: Einzelne Worte, Begriffe und Satzstücke entstammen nicht dem Italienischen, sondern dem Sardischen – kein Dialekt, sondern eine, wenn auch verwandte, eigene Sprache, in die Löhrer eintauchen musste.
Damit nicht genug: „Eine zusätzliche Schwierigkeit bestand darin, das Niffoi viele sardische Worte italienisiert, so dass auf den ersten Blick nicht immer klar ist, ob es sich um ein seltenes italienisches oder um ein sardisches Wort handelt“, heißt es in seiner Projektbeschreibung. Und weiter: „Im zweiten Fall findet man es nicht im Sardisch-Wörterbuch, sondern muss erst die ursprüngliche sardische Form des Wortes herausfinden – was nach etwas Übung und Erfahrung auch gelang.“