Literaturpreise-Hamburg.de

Sybille Martin
Eva Profousová
nicht vergeben
Andreas Münzer
Kristian Schlüter
Sabine Stein
Andreas Stichmann
Ulrike Syha
Katharina Kim Alsen

Andreas Münzner

aus der Jurybewertung:


„Andreas Münzner braucht in Hamburg nicht vorgestellt zu werden. Vor genau 10 Jahren
erhielt er schon einmal den Hamburger Förderpreis für Literatur. Wir kennen von ihm
Erzählungen, zwei Romane und Gedichte. Unter dem Kennwort „Biforium“ reichte er jetzt
den Anfang eines neuen Romanprojekts ein. Als „Biforium“ bezeichnet man in der Baukunst
ein Fenster, das durch eine Mittelsäule in zwei Bogenfelder geteilt wird. Der Roman wird,
wie Münzner es formulierte, aus „zwei nicht sehr langen, nicht sehr glücklichen
Geschichten“ bestehen.
In der Arbeitsprobe, die Andreas Münzner vorlegte, wird von einem Schauspieler erzählt,
der zu seinem ersten Engagement in eine ihm fremde, von südlichem Licht durchflutete
Stadt kommt. Bei den Vorproben für ein Theaterstück, Imaginationsübungen, die der
Schärfung der körperlichen und geistigen Konzentration dienen sollen, gelingt es ihm nicht,
sich einzugliedern, aufzugehen im Kreis der anderen und sich bedingungslos dem Regisseur
und dessen Methode zu fügen. Die langsam voranschreitende, aber den Leser von Anfang
an mitziehende Handlung erzählt von seinen Schwierigkeiten, dem Verhalten in einer
scheinbar homogenen Gruppe, von den inneren und äußeren Konflikten zwischen
Anpassung und Anderssein. In meisterlicher Sprache, die knapp, präzise und musikalisch ist,
beschreibt Münzner aus der Sicht der Hauptgestalt die sich unaufhaltsam aufbauenden
Spannungen, die Stimmungsschwankungen, die auf Ausbrüche hindeutende Interaktion in
der Hitze und dem gleißenden Licht des Probenraums.“