Literaturpreise-Hamburg.de

Sybille Martin
Eva Profousová
nicht vergeben
Andreas Münzer
Kristian Schlüter
Sabine Stein
Andreas Stichmann
Ulrike Syha
Katharina Kim Alsen

Andreas Stichmann

aus der Jurybewertung


„Dieses Ausbrechen aus der eigenen Normalität und Langeweile, diese Sehnsucht nach dem
wilden Anderen, das irgendwo da draußen ist, diesem Abenteuer, dem ganz großen Leben
eben. Das ist das Ziel von Ana, einer jungen Iranerin, in die der tragische Held in Andreas
Stichmanns Roman „Haus Ginster“ unglücklich verliebt ist. Als Ana plötzlich verschwindet,
sucht er sie, folgt ihren Spuren bis in den Iran und darüber hinaus.
Andreas Stichmann ist mit diesem Text eine wunderbare Mischung aus Coming-of-Age-
Roman, Liebesgeschichte und Reisetagebuch geglückt, die leicht chaotisch und mit
trockenem Humor von einem Leben im Iran erzählt, das so ganz anders ist, als man es
vielleicht erwartet hätte und das voller absurder Begegnungen scheint. Etwa der, als der
iranische Gastvater erstmal die Eltern der Helden kennen lernen will, dies aber schlicht an
den technischen Unzulänglichkeiten scheitert: „Sie wollen es gar nicht glauben: Deutsche
ohne Skype“.
Stichmanns Figuren sind leise und unauffällig, aber irgendwie läuft bei ihnen etwas schief,
sie sind irgendwie „angedötscht“, scheitern völlig nebenbei, aber auf ganzer Linie. Wie viel
Spaß die Lektüre gerade deswegen machen kann, zeigt uns Andreas Stichmann in Haus
Ginster.“