Literaturpreise-Hamburg.de

Sybille Martin
Eva Profousová
nicht vergeben
Andreas Münzer
Kristian Schlüter
Sabine Stein
Andreas Stichmann
Ulrike Syha
Katharina Kim Alsen

Ulrike Syha

aus der Jurybewertung


„Das Thema von Herr Schuster kauft eine Straße ist ein familiäres Zusammentreffen. Um sich
die Zeit, in der man auf den Schwiegervater wartet, zu vertreiben, spielen die Protagonisten,
Herr Schuster, seine Frau, deren Schwester und ihre Mutter Monopoly im Garten des
Schusterschen Eigenheimes. Wie zu erwarten nehmen die Spannungen zwischen den
Personen schnell Überhand. Im Hintergrund dräuen unausgesprochene Konflikte zwischen
den Anwesenden, aber auch zwischen ihnen und dem noch fehlenden Schwiegervater.
Nebenher werden verschiedene Lebensentwürfe vor dem Hintergrund eines
sozialpolitischen Kontextes skizziert.
Was nach einem klassischen Thema klingt, birgt für den Leser kluge Unterhaltung, denn
neben dem Sprachwitz und der Ironie der Dialoge zeichnet sich der Text durch eine
Besonderheit aus, die dem Ganzen noch mehr Witz verleiht: Fußnoten, die die Sprechtexte
ergänzen, enthalten Anmerkungen der Figur Schuster in Form eines inneren Monologes. Er
führt einen Dialog mit dem Leser oder dem Zuschauer. Das ist komisch und verleiht dem
Text eine weitere Ebene, weil es den Leser quasi an die Seite von Schuster ins Stück
hineinzieht. Der Leser ist nicht mehr nur Zuschauer, sondern Schusters Mitwisser, wenn
nicht gar Komplize.
Diese Verknüpfung der Ebenen und der ironische Humor zeichnet diesen Text von Ulrike
Syha aus.“