Literaturpreise-Hamburg.de

Sybille Martin
Eva Profousová
nicht vergeben
Andreas Münzer
Kristian Schlüter
Sabine Stein
Andreas Stichmann
Ulrike Syha
Katharina Kim Alsen

Eva Profousová

aus der Jurybewertung


„Die Teufelswerkstatt erzählt von einem jungen Mann, der aus Theresienstadt flieht. Sein
einziges Gepäck besteht aus einem Schließfachschlüssel und einem USB-Stick mit den
Kontaktdaten reicher Holocaust-Überlebender, die ihn und seinem Onkel beim Aufbau eines
alternativen Erinnerungsortes unterstützen sollen.
In dem eingereichten Romanauszug befindet sich der Protagonist mit seiner Begleiterin in
Prag und wird Augenzeuge davon, wie Neonazis Roma in den Straßen verfolgen. In einem
folgenden Gespräch skizzieren die Hauptfiguren die historische Topografie ihrer Vorfahren
und entschlüsseln das Rätsel, warum Osteuropa eigentlich Mitteleuropa ist und umgekehrt.
Die Atemlosigkeit der Erzählung gibt Eva Profousová perfekt wieder. Ihr gelingt es, das
rasante Tempo, die Dialoge der beiden Protagonisten sowie die gesprochenen beinahe
philosophischen Exkurse mit Alltagssprache und Slang zu verbinden, und so eine
vielschichtige Atmosphäre zu vermitteln, „… weil hier ist alles, aber wirklich alles total
verdreht und bizarr …“.
Die Übersetzung ist geglückt, denn der Leser wird sofort in den Bann der Geschichte
gezogen, ohne zu bemerken, dass es sich um eine Übersetzung handelt.“