Literaturpreise-Hamburg.de

Ursel Allenstein
Ingo Herzke
Susanne Höbel
Isabel Bogdan
Alexander Häusser
Karen Köhler
Dietrich Machmer
Ulrich Koch
Inga Sawade

Ulrich Koch

aus der Jurybewertung


„Ulrich Koch ist kein Unbekannter mehr. Seine Laufbahn als Lyriker begann viel versprechend. 1995 ist es gewesen, als der Residenz-Verlag – auf Empfehlung von Martin Walser – ihn unter Vertrag nahm. Zwei nicht unbeachtet gebliebene Lyrik-Bände erschienen: Weiß ich (1995) und Auf mir, auf dir (1998). Dann wurde es ruhiger um den Dichter, der 1966 im niedersächsischen Winsen an der Luhe geboren wurde und heute mit Frau und Tochter in einer Reetdachkate in Radenbek östlich von Lüneburg lebt. Erst nach zehn Jahren ließ er wieder von sich hören – mit der Sammlung Der Tag verging wie eine Nacht ohne Schlaf (2008), der alsbald der Band Lang ist kein kurzes Wort (2009) nachfolgte. Wie ich hörte, hat er sich schon häufiger auf den Hamburger Förderpreis beworben, gewinnt ihn in diesem Jahr aber zum ersten Mal. Das könnte damit zusammenhängen, dass er mit den typischen Repräsentanten der neuen Lyrik von jetzt, die in stylishen, neu gegründeten Verlagen veröffentlichen und sich in jungen institutsgebundenen Magazinen selbst feiern, allenfalls das Geburtsjahr gemeinsam hat. Nicht das coole Signifikanten-Geklapper ist seine Sache. Koch schwört auf zurückhaltend Modernes. Nicht selten finden sich lyrische Formen, rhythmische Qualitäten, gelegentlich sogar Reime, in seinen Gedichten, denen insgesamt eine gewisse Lebensschwere anhaftet, ein existenzieller Überdruss, der sich immer wieder neu künstlerisch Ausdruck verschafft. Seine Gedichte, die auf unwiderstehlich sanfte Weise traurig machen, sind formvollendet, ohne bieder zu sein, und inhaltlich offen, doch nicht beliebig. Ihre eigentliche Stärke aber liegt im treffenden poetischen Bild, in dem sich die im Alltäglichen ereignenden Epiphanien offenbaren.“