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Ursel Allenstein
Ingo Herzke
Susanne Höbel
Isabel Bogdan
Alexander Häusser
Karen Köhler
Dietrich Machmer
Ulrich Koch
Inga Sawade

Ursel Allenstein

aus der Jurybewertung


„Auch ein Leser, der nie in Grönland war, wähnt sich gleich im ersten Absatz von Die Untreue der Grönländer des dänischen Autors Kim Leine dort: Es scheint ein raues Land zu sein, wo Dunkelheit und Kälte herrschen und man sparsam mit Worten und Bewegungen umgeht. Denn so klingt die Sprache: sie besteht aus schlichten, lapidaren Sätzen, deren Bauweise auf den ersten Blick bestechend einfach wirkt. Diese Einfachheit in einer Übersetzung zu bewahren, stellt allerdings eine große Herausforderung dar. Das klare Deutsch des Romans, das weder manieriert noch klischeehaft oder schwülstig wirkt, ist einzig und allein Ursel Allenstein zu verdanken. Ihre Übersetzung bildet Grönland sprachlich nach - wie mit einer dicken Eisschicht bedeckt liegen unter der lakonischen, knapp gehaltenen Erzählsprache Emotionen verborgen, die beim Leser erst allmählich zu eigenem Leben auftauen.
Mit ihrem großen sprachlichen Können und dem feinen Gespür für  Zwischentöne hat sich Ursel Allenstein, so die Jury einhellig, einen Preis verdient.“