Literaturpreise-Hamburg.de

Michael Kellner
Andreas Löhrer
Susanne Höbel
Jo Berlien
Friederike Gräff
Herbert Hindringer
Benjamin Maack
Magdalena Saiger
Judith Sombray

Inka Marter

aus der Jurybewertung


„Der Roman „45 Tage und 30 Matrosen“ der argentinischen Avantgarde-Autorin Norah Lange (1905-1972), erschienen 1933, beschreibt die Reise der jungen Argentinierin Ingrid mit einem norwegischen Frachtschiff von Argentinien nach Oslo. Ingrid ist die einzige Frau an Bord zwischen lauter Seemännern, was natürlich gewisse Gefahren mit sich bringt; anders gesagt, die Männer, allen voran der Kapitän, versuchen, sie ins Bett zu bekommen. Für den Leser ergibt sich eine zusätzliche pikante Note daraus, dass der Roman stark autobiografisch ist, Norah Lange hat eine solche Reise als junge Frau tatsächlich unternommen.
Die übersetzerische Herausforderung lag darin, Langes ebenso poetische wie exzentrische Sprache zu erhalten, dabei aber nicht den Lesefluss eines Liebesromans bzw. eines Anti-Liebesromans zu zerstören. Die oft abstrakte, metaphorische und avantgardistische Sprache, verfremdete Idiome, Wiederholungen derselben Wörter in unterschiedlichen Zusammenhängen, all diese Dinge muss eine Übersetzerin erstmal erkennen und sie dann in ein plausibles, lesbares Deutsch transponieren, ohne dass die Sonderbarkeiten verlorengehen. Wir sind der Meinung, dass Inka Marter dies sehr gut geglückt ist, und dafür verleihen wir ihr gern einen Preis.“