Literaturpreise-Hamburg.de

Joachim Bartholomae
Zuzanna Musialcyk und Ferdinand Leopold
Friederike Meltendorf
Stefan Beuse
Kristine Bilkau
Ursula Menzer
Akin E. Sipal
Tobias Sommer
Silke Stamm

Ursula Menzer

aus der Jurybewertung:


„Ein Mensch widmet allem Anschein nach sein letztes Jahr der frühen Morgenstunde vor Sonnenaufgang, der Stunde der Aurora. Da schaut jemand ein Jahr lang tagtäglich zum Tagesanbruch aus dem Fenster seines Arbeitszimmers, das im Osten Hamburgs, wo die Stadtränder ins landschaftliche Grün und Braun verfließen, zur aufgehenden Sonne hin liegt. Es spielt sich dabei nichts Dramatisches ab, es wird keine Geschichte erzählt. Wir erleben vielmehr eine Abfolge meteorologischer Erscheinungen, eine Phänomenologie der Licht- und Wolkenverhältnisse, den Wechsel der Jahreszeiten.
Eingearbeitet in diese archetypischen Bilder sind Gedankensplitter zur Politik, es wird nachgedacht über den Namen „Elbe“ als zum Namen gewordene Bedeutung für Fluss, man erfährt in diesem ruhigen, schönen Text viel Kultur- und Namengeschichtliches, bekommt genaue Wahrnehmungen von Zuständen der Natur und eine gedanklich substanzielle Auseinandersetzung mit literarischen Texten anderer Autoren zum Themenfeld.

Ursula Menzer ist ein beglückend kluger, ästhetisch eigenständiger, stark anrührender Text gelungen.“