Literaturpreise-Hamburg.de

Joachim Bartholomae
Zuzanna Musialcyk und Ferdinand Leopold
Friederike Meltendorf
Stefan Beuse
Kristine Bilkau
Ursula Menzer
Akin E. Sipal
Tobias Sommer
Silke Stamm

Akin E. Sipal

aus der Jurybewertung


„Was kann Literatur? Sie kann unterhalten, kann spannend sein, einen zum Lachen und zum Weinen bringen. Sie kann aber auch eine Frechheit sein. Sie kann ihren Leser nehmen, ihn ungefragt am Kragen packen, ihn in die Luft reißen, dass er den Boden unter den Füßen verliert, ihn durchschütteln, anbrüllen, anspucken, um ihn nach der letzten Seite, der letzten Zeile, dem letzten Wort verletzt zurückzulassen.

Santa Monica von Akin E. Sipal ist so eine Frechheit - und ein wunderbarer Glücksfall.
Wenn ich versuche, mir klar zu machen, was mich an dem Theaterstück über einen blutkrebskranken Jungen, seine besorgten Eltern und seinen großen Bruder so tief beeindruckt hat, sehe ich mich plötzlich unter einer ganzen Lawine von Adjektiven begraben. Der Text ist übergriffig, wild, herausfordernd, irre, unbescheiden, gnadenlos. Radikal, mutig, kristallin, kraftvoll und schön in all seiner Hässlichkeit.

Für mich als Leser war es eine viel zu seltene Freude, eine so hochenergetische Erzählung in der Hand zu halten. Für mich als Schriftsteller war Santa Monica eine wichtige Erinnerung daran, dass Autoren eben nicht nur dazu da sind, den Leser zu unterhalten, sondern ihn herauszufordern, eine Erinnerung daran, wach zu bleiben, wild zu bleiben, uns und den Leser mit jedem Text erneut an Grenzen zu bringen. Und an der Literatur - ob wir sie nun schreiben oder lesen - zu wachsen. Für diesen unverschämten und unverschämt guten Denkzettel möchte ich Akin E. Sipal danken. Für sein herausragendes Sprachkunstwerk zeichnet die Jury ihn mit einem Förderpreis aus.“