Literaturpreise-Hamburg.de

Joachim Bartholomae
Zuzanna Musialcyk und Ferdinand Leopold
Friederike Meltendorf
Stefan Beuse
Kristine Bilkau
Ursula Menzer
Akin E. Sipal
Tobias Sommer
Silke Stamm

Zuzanna Musiałczyk und Ferdinand Leopold

aus der Jurybewertung


„Einen der drei Übersetzerpreise bekommen Zuzanna Musia?czyk und Ferdinand Leopold für die Übersetzung eines umfangreichen Poems des polnischen Dichters Czes?aw Mi?osz. Es ist 1974 als Herzstück eines Gedichtbandes mit dem Titel „Wo die Sonne aufgehet und wohin sie niedergehet“ erschienen. Dieses sehr besondere Werk von Mi?osz wird von Kennern als sein opus magnum gesehen. Die beiden Übersetzer führen zu ihrem Projekt aus, Mi?osz’ Text als siebenteiliges Gedicht sei ein groß angelegtes polyphones Gewebe aus vielfältigen Erinnerungen und Zeugnissen der Wirklichkeit. Verschiedenste Textgattungen, Stile, Wahrnehmungsperspektiven werden eingesetzt. Dabei wechselt der Autor zwischen gehobener poetischer und nüchterner Alltagssprache. Mit traumwandlerischer Bewusstheit überfliegt er Zeiten und Räume, lässt Stimmen der Toten zu Wort kommen. Mi?osz selbst spricht von „großer Zwanglosigkeit“, in der dieses Poem verfasst sei. Es verknüpfe Gattungen und Elemente biografischer Bezüge und gelange so zu der poetologisch reklamierten „Form, die mehr fasst“. Mit ausdrucksstarker Sinnlichkeit ist so der Versuch entstanden, vor dem Hintergrund der anderen Lebenswelt Kaliforniens, die Erinnerung an das vergangene Litauen, das in großer Lebhaftigkeit zum Autor zurückkehrt, poetisch zu fassen zu bekommen. Der komplexen Herausforderung, dieses Poem zu übersetzen, haben sich gemeinsam, ohne den dotierten Auftrag eines Verlages, Zuzanna Musia?czyk und Ferdinand Leopold gestellt. Sie stellen dabei in einer dialogisch reflektierenden Übersetzungsmethode die Sprachgegebenheiten des Originals den Ausdrucksmöglichkeiten der Zielsprache gegenüber. Wir sind beeindruckt und verleihen dafür aus vollem Herzen einen Förderpreis für literarische Übersetzungen.“