Literaturpreise-Hamburg.de

Daniel Gerzenberg
Miriam Mandelkow
Claudia Steinitz
Sigrid Behrens
Manuel Funk
Tino Hanekamp
Jonis Hartmann
Catharina Junk
Susanne Neuffer

Manuel Funk

aus der Jurybewertung:


„Das Genre der Lyrik hat im 20. Jahrhundert so gut wie jede formale Gemeinsamkeit aufgegeben, in Manuel Funks Texten haben wir es jedoch mit geradezu klassischen Stimmungsbildern zu tun, die Erfahrungen des lyrischen Ichs für andere lebendig werden lassen. Wir können froh sein, dass Manuel Funk nicht auf Virginia Woolf gehört hat, die der Meinung war, unter dreißig sollte man noch keine Literatur veröffentlichen: Uns wären sonst diese Einblicke in das Innenleben einer Generation entgangen, deren Angehörige nur selten in derart aufschlussreicher und reizvoller Weise über sich Auskunft geben: Eine Nacht allein WG-Zimmer und die schicksalsschwere Frage: `Soll ich rauchen oder nackt schlafen?´, Reflexionen über lange Haare, Fummel, Tattoos und heikle Beziehungen, die zu der Frage führen: `wissen wir denn, was Gender und Emanzipationsbewegung ist? Wir rennen einfach weiter weg´, oder in der Aussage münden: `deine Mutter kann ich nicht sein´.

Mit verblüffendem Formwillen setzt Manuel Funk aus Realitätsschnipseln seine Stimmungsbilder zusammen, ohne dabei jemals ins Erzählen zu verfallen. Wer diese Texte liest, ist gespannt darauf, welche Arbeiten wohl im Rahmen seines Studiums an der HFBK entstehen werden.“