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Daniel Gerzenberg
Miriam Mandelkow
Claudia Steinitz
Sigrid Behrens
Manuel Funk
Tino Hanekamp
Jonis Hartmann
Catharina Junk
Susanne Neuffer

Daniel Gerzenberg

aus der Jurybewertung


„Der Theatermonolog Stabat Mater Furiosa ist die Anklage einer Frau gegen den Wahnsinn des Krieges, 1997 geschrieben von dem französischen Dichter Jean-Pierre Siméon während einer dreiwöchigen Reise durch den vom Bürgerkrieg zerstörten Libanon. Der 1950 geborene Siméon ist ein engagierter und produktiver Dichter in der Tradition von Surrealismus und Symbolismus, von dem bisher nur ein Jugendbuch auf Deutsch erschienen ist. Sein Monolog Stabat Mater Furiosa ist ein politischer Aufschrei, thematisch und gedanklich ganz modern, und doch fest verwurzelt in der klassischen Tradition.

Diesen Spagat zwischen Tradition und Moderne muss auch der Übersetzer hinbekommen. Daniel Gerzenberg findet stets mühelos die richtigen Worte: Er ist lakonisch, ohne langweilig zu sein, erfinderisch, aber nicht spitzfindig, er beschreibt Gefühle, ohne pathetisch zu sein, und Trauer, ohne kitschig zu werden. Stabat Mater Fusiosa ist ein ganz und gar französisches Gedicht und ein ganz und gar deutsches Gedicht. Dafür verleihen wir Daniel Gerzenberg den Übersetzerpreis der Kulturbehörde.“