Literaturpreise-Hamburg.de

Daniel Gerzenberg
Miriam Mandelkow
Claudia Steinitz
Sigrid Behrens
Manuel Funk
Tino Hanekamp
Jonis Hartmann
Catharina Junk
Susanne Neuffer

Claudia Steinitz

aus der Jurybewertung


„Yannick Haenel reiht sich mit seinem Roman Die bleichen Füchse ein in die politische Literatur Frankreichs, nimmt die Tradition des politisch philosophischen Diskurses von Rousseau über die Surrealisten bis hin zu Beckett und Karl Marx wieder auf und transportiert sie in unsere Gegenwart. Überzeugt vom Ende der Politik seit Sarkozy, lässt Haenel die Politik als Utopie wieder aufleben – und so ist dieser Roman zugleich ein radikales Manifest und ein philosophisch ideologischer Diskurs über Freiheit und Identität, über den Wert des Menschen und über unsere Welt, wie sie ist.

In ihrer Bewerbung schreibt die Übersetzerin Claudia Steinitz: `Die Hauptschwierigkeit bei der Übersetzung von Die bleichen Füchse bestand darin, den richtigen Ton für diesen Text zu finden, der sich Roman nennt und doch über viele Seiten eher einem Pamphlet gleicht.´ Ob dieser Roman in literarischer Hinsicht geglückt ist, darüber kann man streiten, hier gehen die Meinungen sowohl der französischen wie der deutschen Kritik auseinander; unstrittig aber ist, wie wichtig die Beschäftigung der Literatur und Philosophie mit den aktuellen Unterströmungen in unserer Gesellschaft ist; und unstrittig für die Jury ist auch, dass Claudia Steinitz für diesen Text, der die Tonlagen zwischen poetisch nachdenklich, wütend kämpferisch und absurd komisch permanent wechselt, nicht nur die richtigen Saiten angeschlagen hat, sondern es ihr auch überzeugend gelungen ist, das ins Deutsche zu übertragen, was der Autor nach eigener Aussage mit diesem Buch intendiert hat: Das Leben darzustellen als Improvisation, als eine Art Free Jazz.“