Literaturpreise-Hamburg.de

Gabriele Haefs
Barbara Mesquita
Martin Savov / Henrike Schmidt
Jens Eisel
Finn-Ole Heinrich
Maria Victoria Odoevskaya
Marie-Alice Schultz
Leona Stahlmann
Dita Zipfel

Jens Eisel

aus der Jurybewertung


„Es lohnt sich, in der Adventszeit ins Hamburger Phoenix-Center zu gehen. Dort steht nämlich ein unfassbar riesiger Baum mit Weihnachtsbeleuchtung. Aufgestellt wird dieser Baum ganz sicher nachts, wenn keine Kunden dort sind. Und es ist sehr gut möglich, dass er von Menschen aufgestellt wird, die sind wie der namenlose Ich-Erzähler in Jens Eisels ausgezeichnetem Text „Neuschnee“. Von Menschen also, deren Schicksale uns in der Regel verborgen bleiben: „Das ist das ganze Geheimnis. Wir müssen unsichtbar sein; das ist unser Job“, heißt es in der Erzählung. Doch Jens Eisel gibt jenen Unsichtbaren genau dadurch eine reale Stimme und Perspektive, dass er genauer hinsieht und sich ihrer annimmt; unaufgeregt, subtil und mit Mitgefühl. Und so hat man trotz der Trostlosigkeit jederzeit den Eindruck, dass es ja doch noch irgendwie gelingen könnte mit dem glücklichen Leben, und dass der Name des Centers einfach ein gutes Zeichen ist und jeder aus der Asche auferstehen kann wie der mythische Vogel. Diese Parallelität von Hoffnungslosigkeit und Hoffnung ist von Jens Eisel außerordentlich gut gemacht und absolut überzeugend."