Literaturpreise-Hamburg.de

Gabriele Haefs
Barbara Mesquita
Martin Savov / Henrike Schmidt
Jens Eisel
Finn-Ole Heinrich
Maria Victoria Odoevskaya
Judith Sombray
Leona Stahlmann
Marie-Alice Schultz

Barbara Mesquita

aus der Jurybewertung


„João Tordo, 1975 in Lissabon geboren, gilt als einer der wichtigsten und produktivsten Schriftsteller Portugals. 2014 erschien sein Roman „A biografia involuntária dos amantes“. Unter dem Titel „Die zufällige Biographie einer Liebe“ hat ihn Barbara Mesquita nun ins Deutsche übersetzt.

Der Roman beginnt drastisch – „Gemeinsam hatten wir das Wildschwein getötet.“ – und kreiert damit ein schmerzliches Grundgefühl, das fortan beim Lesen des Auszugs präsent bleiben wird, womit schon eine der bemerkenswerten Übersetzungsleistungen von Barbara Mesquita benannt ist. Ein spanischer Literaturdozent, dessen Ehe gescheitert und dessen Beziehung zu seiner halbwüchsigen Tochter zerrüttet ist, befreundet sich mit dem mexikanischen Dichter Miguel Saldaña París, dessen portugiesische Frau Teresa ihn vor Jahren verlassen und in einem Zustand weltabgewandter Melancholie zurückgelassen hat. Auf einer nächtlichen Autofahrt, mit der der Roman beginnt und die das Menetekel des getöteten Wildschweins hervorbringt, bittet Saldaña París seinen Freund (und Ich-Erzähler des Romans), das Manuskript der vor einigen Monaten verstorbenen Teresa für ihn zu lesen. Eine Lektüre, die den Erzähler in die tragische Lebensgeschichte der Verstorbenen, in menschliche Abgründe und eine inzestuöse Familiengeschichte führt.

Barbara Mesquita legt eine atmosphärisch äußerst gelungene, eloquente und sich durch raffinierte Satzkompositionen auszeichnende Übersetzung vor. Sie schafft es mit scheinbar leichter Hand, die komplex konstruierte Geschichte sprachmächtig in einen Erzählfluss zu übertragen und einen melancholischen Grundton zu evozieren, der auch dem Original sicher sehr entspricht.."