Literaturpreise-Hamburg.de

Gabriele Haefs
Barbara Mesquita
Martin Savov / Henrike Schmidt
Jens Eisel
Finn-Ole Heinrich
Maria Victoria Odoevskaya
Judith Sombray
Leona Stahlmann
Marie-Alice Schultz

Martin Savov / Henrike Schmidt

aus der Jurybewertung


„In letzter Zeit beschäftige ich mich mit Folgendem.
Ich versuche, meine Erinnerung zu reparieren.
Ich grabe eine Spur.»
Das Wohltuende an den Gedichten von Ivan Landzhev ist, dass sie die Gegenwart, aus der heraus sie geschrieben wurden, nicht erst konstruieren müssen. Mit beeindruckender Gewissheit bedienen sie sich an Büchern – und die können vieles bezeugen, wenn sie nur immer wieder befragt werden. Die Übersetzer haben mit den Texten auch einen «Überbau» der modernen Dichtkunst adaptiert, der in seinen Anregungen noch längst nicht ausgeschöpft ist und hier in seiner Ernsthaftigkeit originell im Ergebnis. Ohne Zweifel haben wir hier gelungene Gedichte und Übersetzungen von europäischem Format. «Die Natur erstickt nicht an Ambition» – und der August kann durchaus der April des Sommers sein mit seiner eigenen (Liebes-)Grausamkeit. Das ist der eine Pol. Der andere: «Jeder historische Vergleich ist auf Leichen gebaut.» Da kann es passieren, dass selbst die Vögel keinen Ausweg aus dem Himmel finden und bleiben müssen. Da geht es ihnen wie den Lesern, die voll und ganz in ihrem Element sind mit den reparierten Erinnerungen."